Artikel mit dem Tag "Christine Lavant"



Rezensionen · 09. Oktober 2023
Die Gedichte der österreichischen Lyrikerin Christine Lavant (1915-1973) markieren einen von Krankheit, Schlaflosigkeit und Armut vorgegebenen, leidgeprüften Weg, mit dem man Staub und Feuer gleichermaßen assoziiert. Deshalb wohl sind die Verse vielfach melancholisch, aber eben auch ungeheuer kraftvoll dynamisch, gerade wenn sie mit Gott hadern. Dies tun sie in ungewöhnlicher, faszinierender, zuweilen schön verstörender Weise: „Mit der sanften Hostie des Monds / bin ich Sünderin nicht...
Tagebucheinträge · 07. Oktober 2023
0.30 Uhr. Ich schreibe, unter dem dunklen Blatt der Nacht. Auf dem Tisch die Gedichte von Christine Lavant - der Wind über angenommenen Grablichtern, weich wie Weidenkätzchen. Christine geht durch das Zimmer. Sie ist Illusion und Vision zugleich. Vergangenheit fließt in den Raum und macht ihn fruchtbar. Ich suche nach Keimen, die neue Tage zeugen. Im Später werde ich über sie schreiben, über Christine. Sie ist ein junger Baum in meinem Herzen, der die Nacht besitzt. Ihr Hadern liebe ich...